Freitag, 13. Februar 2009

Bologna, città aperta

Bologna - was soll ich über dich erzählen? Was soll ich von dir halten? Nach einer Woche bist du noch nicht mein zu Hause, obwohl es sich sehr viel länger anfühlt. La rossa, la grassa, la dotta - ein schöner Ort für ein Wochenende, aber, und das meine ich erstmal keineswegs negativ, was tut man hier monatelang? Hm, ich denke, dasselbe fragt man sich auch in Graz, wohlmöglich fühle ich mich also doch bald zu Hause... Es stört mich nicht, dass man die mittelalterliche Altstadt in nur wenigen Stunden abgehen kann, die Frage, die mich vielmehr beschäftigt ist; wie sind die Bolognesen? Wie und wo lerne ich sie kennen? Haben die Sizilianer recht (die einzige Einheimische, die ich bis jetzt kenne, ist nämlich auch Sizilianerin, ursprünglich) - sind die Norditaliener wirklich verschlossener und anscheinend "kälter" als wir "Ausländer aus dem Norden"? Aber, was wissen die Sizilianer schon über Bologna... Glauben sie selbst doch die offensten, warmherzigsten Menschen der Welt zu sein... Und doch... Ich vermisse Sizilien! Erschreckendes Geständnis: ich vermisse Sizilien momentan mehr als Graz. Ja, ich vermisse jene italienische Welt, die ich schon zu bewältigen weiß. Ich vermisse die Straßen, Plätze, Lokale, die ich schon kenne. Aber, wenn ich so darüber nachdenke, eine solche Verbundenheit kommt erst auf, wenn eine Zeit des Abstands dazwischen gelegen hat. Und Bologna ist schön. Ich gebe ihr alle Chancen mein Herz zu erobern. Aber zuerst muss es noch Frühling werden...

Bologna ist alt und jung zugleich. Kreativ. Aber vor allem offen. Offen in einem Sinne, der für mich für Italien völlig neu ist. Es gibt alle Typen von Menschen, alle Stile, alle Haarfarben... keiner dreht sich nach dir um, wenn du nicht Italienisch sprichst oder die falschen Schuhe zur falschen Jacke trägst - nicht, dass MIR das passieren könnte ;-) - (natürlich würde einem das in Rom oder Mailand auch nicht passieren, aber Großstädte sind insofern ja völlig uninteressant, weil unüberschaubar, unentdeckbar im Ganzen, unbegreifbar...).

Momentan verbringe ich die meiste Zeit auf der Uni (letteratura italiana contemporanea ist durchaus interessant, filologia della letteratura momentan noch eher weniger) oder mit Christoph und Elisabeth (die beiden Grazer) in Cafès und Trattorias... Abends gibt es jede Menge Möglichkeiten immer mehr Erasmus-Studenten kennenzulernen, aber wo, wo, wo sind die Einheimischen??? Jedenfalls... Ich weiß noch nicht so recht, wie die nächsten Woche und Monate aussehen werden, wirklich, ich glaub aber, es wird immer interessanter werden. Ich hab auch, zur Abwechslung mal, keinen Stress, keine Eile, ich glaube, 5-6 Monate sind genug Zeit und außerdem bin ich ja, wie ihr wisst, eher der "auf-den-Zufall/das-Schicksal-vertrauende" Typ...
Aber: Kommt mich besuchen!! Jajaja - das wär lustig =) und schreibt mir E-mails, oder Briefe (meine Adresse mag ich nicht ins Internet stellen, aber per e-mail gerne), sms! Momentan bin ich noch sehr s
chreiblustig, dass ihr sicher wieder bald von mir lesen werdet... Bis bald also... a presto! 
Un bacio a tutti!!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen