Freitag, 12. Juni 2009

Sommer, Sonne, Prüfungsstress

Langsam aber sicher muss ich feststellen: WIE SCHNELL DIE ZEIT VERGEHT! Inzwischen hab ich in meinem Kopf schon einen Countdown aktiviert (15 to go), die Tatsache, dass ich eigentlich ERST seit ein bisschen mehr als 4 Monaten hier lebe , ist aber ebenso unglaublich. Es ist ein seltsames Leben (mit einem Countdown im Hinterkopf), aber ein Leben ist es - ein schönes. 
Letztes Wochenende war ich mit Aurelia, ein paar Franzosen und unsrem chinesich-bolognesischen Freund Simone in Cesenatico, wo die Familie von Simone eine Wohnung direkt "über" dem Strand hat =) 
Gestern hatte ich schließlich meine 10-crediti-Literaturprüfung... Und bin tausend Tode gestorben, weil die italienischen Unis und Profs so toll organisiert sind, dass einer mit 4 Assistenten 5 Stunden für 25 mündliche Prüfungen braucht... Um 9 musste man vor dem Büro der Professorin stehen und laut "sì" schreien, als diese die Liste mit den Anmeldungen für die Prüfung vorlas. Dann hieß es warten. Ich war wohl circa die Nummer 20 und es waren gute drei Stunden vergangen, bis ich endlich von einem unbekannten Assistenten aufgerufen wurde. Als ich dem erklärte, ich wäre ERASMUS-Studentin, schickte er mich weiter zu einem anderen Assistenten, bei dem ich eine kleine Arbeit geschrieben hatte. Der hatte natürlich nicht sofort Zeit und ich wartete weitere, nagelbeißende, herzklopfende 30 Minuten. Um 12.10 hatte ich schließlich alles vergessen, was ich über italienischen Sperimentalismo, Neoavanguardia, Luciano Bianciardi und Antonio Porta gewusst hatte. Ich stammelte irgendwas vor mich hin, hasste mich selbst dafür, dass ich mich nicht mehr ausdrücken konnte und die Professoren, dass sie mich so lange hatten warten lassen (als ich um 8.30 am Institut angekommen war, hätte ich noch alles mögliche gewusst!). Nach 10 Minuten meinte der Herr Assistent irgendwann: "Signorina Auer, im Mündlichen sind Sie schon etwas schwächer, als im Schriftlichen... Das tut mir Leid, denn, ich merke, dass Sie einiges wissen, aber es nicht gut rüberbringen können. Es hätte schon eine bessere Note sein können, aber jetzt muss ich Ihnen ein 26 geben..." Am liebsten hätte ich gesagt: "Um Gottes Willen - her damit und RAUS HIER!" - eine 26 ist zwar nicht wirklich übersetzbar, wie alle diese seltsamen akademischen Noten hier, aber angesichts der Tatsache, dass 18 "Genügend" ist und 30 das meist-Erreichbare alles andere als schlecht oder enttäuschend. Abgesehen davon, dass ich höchsten ein 20 verdient hätte und mit 18 auch zufrieden gewesen wäre...
Jetzt habe ich also insgesamt 13 ECTS-Punkte in der Tasche und am Dienstag hol ich mir die restlichen 6... Und dann... dann wird es wohl langsam Zeit werden, mich von meinem geliebten Bologna zu verabschieden... Ich will gar nicht dran denken!





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