Meine Liebe allerdings scheint ein wenig beleidigt zu sein auf mich, klar, da hatten wir uns eben erst kennengelernt und ich fahre schon für 10 Tage auf Urlaub. Jetzt ist sie immer noch sauer und hat sich ihr Wolkenkleid übergezogen, will keinen Strahl Frühlingssonne durchlassen... Aber so lange kann das nicht dauern, immerhin hat sie mich ja auch lieb. Jeden Tag auf dem Weg zur Uni oder ins Fitnessstudio oder in die Stadt sage ich ihr, wie sehr ich ihre Arkaden vermisst habe - oh, das ist kein Witz: Wenn man sich mal an von Mengen an Studenten (und am Wochenende auch Familien) durchwuselten Arkaden in der ganzen Stadt gewöhnt hat, kommt einem die rießen-breite Herrengasse mit ihren Straßenbahnschienen und Bauarbeiten vor wie die Wüste. Leer und breit und vorallem... unüberdacht. Nicht, dass mein Urlaub zu Hause nur Liebeskummer nach dem schönen Bologna ausgelöst hätte, für alle, die es nicht selbst gehört haben: Es war schön. Stresslos, entspannend, warm und lustig.
Am Sonntagmorgen um 5 Uhr auf der Stazione Centrale in Bologna anzukommen, war aber nicht weniger seltsam, als es 10 Tage zuvor um 8 Uhr morgens in Graz zu tun. Hier hat mich zwar niemand erwartet und es war noch dunkel und vorallem verregnet, aber ich hab gewusst, ich hab hier was zu tun! Es war sehr natürlich, das "Zurückkommen" und eigentlich fürchte ich mich schon heute vor dem Tag meiner endgültigen Abreise. Bologna hat mein Herz erobert. Doch es wird wohl nur eine kurze, leidenschaftliche Liebschaft sein - wir haben keine Zukunft gemeinsam... Gerade deswegen vermag sie es so großartig mir beizubringen, die Gegenwart zu genießen - unseren Frühling...
Freue mich schon sehr deine Liebschaft am nächsten Wochende genauer kennen zu lernen...
AntwortenLöschen